Richard Allan x H&M: Tragbare Kunst

Richard Allan x H&M: Tragbare Kunst

Abstraktes Avantgarde-Design in intensiven Farben. Die neueste Kooperation von H&M feiert das Vermächtnis des legendären Schal-Designers Richard Allan mit einer modernen neuen Kollektion.

London in den Swinging Sixties: Wäre es nicht schön, wenn man die Zeit zurückdrehen könnte? In der Nachkriegszeit begann eine Zeit des revolutionären Wandels, als junge Kreative in der britischen Hauptstadt das radikal Neue entdeckten. Es war die Zeit von Mary Quant und The Beatles, als alles erlaubt war – kurze Haare und noch kürzere Rocksäume, psychodelische Musik und Independent Style.

In dieser Zeit des Wandels und voller Energie brachte der Designer Richard Allan seine Leidenschaft für Farbe und Avantgarde-Muster auf den einfachsten und elegantesten Nenner: den Seidenschal. Nachdem er in Lyon Seidenwebkunst studiert hatte, wurde der Hype um Allan im Laufe seiner 10 Jahre als Design Director bei Jacqmar, der damaligen 'It'-Marke für Seidenschals, immer größer. 1962, mit erst 30 Jahren, beschloss er, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Die unabhängige Vision von Allan war zeitlos, aber auch typisch für ihre Zeit. Der Designer kreierte üppige, dekadente Farben und dynamische Muster und bannte seine kreative Eindringlichkeit auf ein perfekt begrenztes Seidenquadrat. Die Schals von Richard Allan waren von Anfang an ein Riesenhit. Er gewann glühende Anhänger aus allen Generationen und quer durch die Kulturlandschaft, von den Hippies über die königliche Familie bis zu führenden französischen Couturiers wie Saint Laurent and Schiaparelli. 

Seine Tochter Cate Allan erweckte die Marke 2014 wieder zum Leben. Seither entwickelt sie die Arbeit ihres Vaters weiter und setzt seinen temperamentvollen und extravaganten Stil mit Leidenschaft für eine neue Generation um. Durch die Kooperation mit H&M bekommen die Signature-Prints von Richard Allan über die Grenzen des Seidenquadrats hinaus mit einer neuen Gesamt-Kollektion ein neues Leben. Wir haben mit Cate über die zeitlose Kraft der 1960er Jahre, die Schönheit der Farben und das zu allen Zeiten vielseitige Medium Seidenschal gesprochen.

WAS GLAUBST DU MACHT DIE 1960ER JAHRE AUCH HEUTE NOCH SO FASZINIEREND UND KRAFTVOLL?
"In den 1960er Jahren wurden neue innovative Ideen in der Mode möglich und sie brach aus der Wahrnehmung der Vorkriegszeit aus. London wurde zum Nährboden radikalen Denkens. Die Zukunft wurde zum Neuland und war kein Schatten der Vergangenheit mehr. Wo so viel zerstört worden war, dort konnte ganz von Neuem begonnen und auf einer frischen leeren Leinwand eine bessere Zukunft ausgemalt werden. Die 1960er Jahre waren wie eine Explosion von Ideen, Farben, Design. Ich glaube, dass sie deswegen immer noch so nachhallen, weil sie so voller Energie waren." 

Es gibt viele verschiedene Arten, einen Schal zu tragen und zu knoten. Er ist ein Objekt, das der Kreativität keine Grenzen setzt.


Cate Allan
 

WIE HAT DEIN VATER DEN SCHAL ALS MEDIUM FÜR SICH ENTDECKT, UM PRINTS UND MUSTER ZU ERFORSCHEN UND SEINEN ANHÄNGERN DIESE ENERGIE ZU VERMITTELN?
"Er hat immer mit Seide gearbeitet, er hat Seidenwebkunst studiert und später bei Jacqmar hat er sich auf Schals spezialisiert. Zu dieser Zeit waren Seidenschals sehr beliebt. Und die Seidenschals von meinem Vater sind jeder ein Kunstwerk für sich. Sie bringen Inspiration auf einen ansonsten neutralen Hintergrund. Seide ist nicht nur angenehm zu tragen, sie nimmt die Farbe auch gut an. So bekommt die Farbe eine Art von Leuchten, das man auf flacheren Oberflächen nicht erreicht. Wenn man sich Seide und die Farbe auf ihr ansieht, kann man beobachten, wie sie das Licht bricht und in Bewegung bringt."

DAS HEISST, DIE SCHALS SIND VIEL MEHR KUNSTWERKE ALS ACCESSOIRES?
„Ja, genau. Es gibt viele verschiedene Arten, einen Schal zu tragen und zu knoten. Er ist ein Objekt, das der Kreativität keine Grenzen setzt. Man kann ihn ganz einfach tragen, aber er ist als Untergrund für ein farbenfrohes Design mit vielfältigem Ausdruck perfekt geeignet. Er ist tragbare Kunst."

DIE FARBEN UND MUSTER VON RICHARD ALLAN SIND SO CHARAKTERISTISCH: WOHER KAM SEINE INSPIRATION?
"Er fand in allem, was er sah, Inspirationen. Eines unserer Designs, ‘Elegance’, ist ein Kritzelmuster, das sich selbst in die Ecken einpasst. Das sah so aus wie die Bänder von Ballettschuhen, wie sie auf den Boden herunterfallen, wenn sie gelöst werden. Man kann sich die Bänder richtig vorstellen. Und Dinge wie das abstrakte Fallen von Herbstblättern. Eines der Muster, die H&M verwendet, ‘Piccadilly', erinnert stark an die Neonanzeigen dieser Zeit. Er sah die Linien und Designs im Vordergrund seiner Vision, je nachdem, was er sah. Wenn er die Linien eines Sportwagens oder die Architektur eines Gebäudes und ein Detail eines Gemäldes sah, war er wirklich im Bann des Subjekts. Unabhängig davon, ob es Avantgarde, Moderne oder historisch war." 

WAS WAR SEINE LIEBLINGSFARBE?
"Er sagte immer, es sei rötlich-braun. In der ganzen Bandbreite. Blassbraun wie Biskuit, das war seine Lieblingsfarbe. Aber er mochte eine ganze Reihe dieser Rotbrauntöne, wie den Ton dunkler Gewürze, die er häufig mit Schwarz und Weiß kombinierte, oder gebranntes Orange, das er mit dunkleren Rot- und Pinktönen kombinierte. Das passte großartig zusammen. Für den klassischen Look kombinierte er Bitterorange mit einem sehr dunklen Dunkelblau."

HAT ER SICH SELBER SEHR FARBENFROH GEKLEIDET?
"Er zog sich nie auffällig an. Er war sehr geschmackvoll gekleidet. Darauf achtete er. Er trug klassische Anzüge und wunderschöne Krawatten. Es gab diesen Designer für Herrenmode, Mr Fish. Er liebte die Krawatten von Mr Fish.”

Diese Farben passen zur aktuellen Mode, erinnern aber auch an die 1960er Jahre


Cate Allan
 

DIESE KOLLEKTION PASST IN DIE ZEIT, DA FARBE IN LETZTER ZEIT WIEDER SEHR IM KOMMEN IST.
"Es macht ungeheuren Spaß, umwerfende Farben zu tragen und verschiedene Farben zu mischen – gerade die ungewöhnlicheren Kombinationen. Das gibt einem einen unbeschreiblichen Kick."

WAS FREUT DICH AM MEISTEN AN DER KOLLEKTION?
"Sie ermöglicht nicht nur eine kreative Neuerfindung der Prints und Farben von Richard Allan, die sie vom Seidenquadrat auf Kleidung überträgt, so dass die Designs auf ganz neue Art und frisch interpretiert werden, sondern sie bringt Richard Allan auch einem ganz neuen Publikum nahe. H&M hat viel von den Original-Farbgebungen beibehalten. Diese Farben passen zur aktuellen Mode, erinnern aber auch an die 1960er Jahre, was das Gefühl für diese Zeit verstärkt. Gleichzeitig werden die Muster neu erfunden und es wird eine ganz neue, frische Kollektion kreiert. Ich finde das Ergebnis toll." 

WAS SOLLEN DIE KUNDEN VON DIESER KOLLEKTION MITNEHMEN?
"Freude. Die Richard Allan Designs sind dafür gemacht, Muster, FarbeN und Freude ins Leben zu bringen. Wir alle brauchen das. Für diese Kollektion sind wir Hunderte von Stücken durchgegangen. Wir haben uns zahlreiche Archiv-Prints und Archiv-Farben angesehen. H&M mochte alles beides, und das war der Art meines Vaters so ähnlich. Es ging nicht nur um das Design, es ging auch um die Farben."

UND WAS IST DIE BESTE ART, RICHARD ALLAN DESIGN ZU TRAGN?
"Es gibt nur eine – mit Stil!"

 

Die Richard Allen x H&M-Kollektion ist ab dem 22. August in unseren Läden und online erhältlich.

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