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Grundsatzerklärung gemäß Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Art des Dokuments: Richtlinie für Deutschland 

Gültig für: H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG 

Gültig seit: 1. Januar 2023 

Zuletzt überprüft/ 

aktualisiert: 2. Mai 2025 

Genehmigt durch: Regional Managerin, Region Central Europe 

Genehmigungsdatum: 30. Dezember 2023 

Verantwortliche*r: Regional Managerin, Region Central Europe 

Kontakt: Verantwortliche Person für Due Diligence in Deutschland 

Version:

Ersetzt: Dies ist die dritte Version und sie wird jährlich überprüft. 

Einleitung

Unser Zweck bei der H&M Group ist, die Mode und deren positive Kraft für viele zugänglich zu machen, indem wir zeigen, dass es keinen Kompromiss zwischen außergewöhnlichem Design, erschwinglichen Preisen und nachhaltigen Lösungen gibt. 

Die H&M Group bezieht Produkte und Dienste aus vielen Ländern und von vielen Geschäftspartner*innen. Die Unternehmen der H&M Group sind letztlich alle Tochtergesellschaften der H&M Hennes & Mauritz AB, welche in Schweden registriert ist. Unsere Lieferkette bietet unseren Kund*innen auf der ganzen Welt Produkte und Dienste. H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG (nachfolgend “H&M KG”) ist Teil der H&M Group. Die H&M Group besteht aus mehreren rechtlichen Einheiten, wobei H&M KG die rechtliche Einheit in Deutschland ist, über die die Hauptgeschäftstätigkeit auf dem deutschen Markt abgewickelt wird. 

Die Achtung der Menschenrechte ist für die H&M Group eine wesentliche Voraussetzung, um nachhaltig und erfolgreich zu operieren. Das bedeutet, dass wir alle Menschen gleich und mit Respekt und Würde behandeln, unabhängig davon, wo oder wer sie sind. Das bedeutet, dass wir alles tun, was wir können, um die Menschenrechte von Menschen und Communitys nicht zu verletzen, und dass wir in unseren Tätigkeiten, Lieferketten und den Communitys, denen wir angehören, einen positiven Einfluss ausüben.  

Diese H&M Group RBC-Richtlinie (Richtlinie für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln) für Deutschland bietet den Rahmen und die Anleitung dafür, wie wir unsere Geschäfte innerhalb der H&M Group verantwortungsvoll führen und dabei die gesetzlichen1, internationalen2 und freiwilligen3 Anforderungen erfüllen. Sie gilt für unsere Tätigkeiten in unseren Büros, Warehouses und Filialen sowie für die Arbeit in den Ländern, in denen wir tätig sind, und auch für unsere direkten und indirekten Geschäftspartner*innen. Diese Richtlinie wird jährlich basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen überarbeitet, um sicherzustellen, dass die rechtlichen Anforderungen, die Menschenrechte und die Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigt werden.  

Übergreifende Richtlinien

Diese “Responsible Business Conduct Policy – Deutschland” (Richtlinie für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln) beschreibt unsere Bemühungen und unsere Arbeitsweise und gibt einen Überblick über die größten Risiken in den Bereichen Menschenrechte und Umwelt. Sie basiert auf den nachfolgend näher beschriebenen Richtlinien. 

 

H&M Group Responsible Business Conduct Due Diligence Policy

(Sorgfaltspflichtenrichtlinie für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln)  

Die H&M Responsible Business Conduct Due Diligence Policy definiert wie die H&M Group ihre Geschäfte auf verantwortungsvolle Weise in den Bereichen Unternehmensführung, Menschenrechte und Umwelt führt.  
 

H&M Group Social Policies (Richtlinien für soziale Verantwortung)

Die Social Polices der H&M Group umfassen die Bereiche Beschwerde, Gleichstellung, Inklusion und Vielfalt, Antidiskriminierung, Gesundheit und Sicherheit, Antibelästigung und Antigewalt und gilt für alle Mitarbeitenden.  

Mit der Grievance Policy (Richtlinie für den Umgang mit Beschwerden und Hinweisen) soll sichergestellt werden, dass allen Mitarbeitenden ein Kanal geboten wird, über welchen sie Beschwerden vorbringen können, und dass sie Zugang zu einem effizienten Verfahren für den Umgang mit potenziellen Verstößen oder Beschwerden im Zusammenhang mit unseren Richtlinien haben. Dazu zählt die Schaffung einer unterstützenden und offenen Atmosphäre, in der sich die Mitarbeitenden wohlfühlen, wenn sie Probleme direkt mit ihren Manager*innen oder Kolleg*innen ansprechen, sowie die Bereitstellung eines Kanals auf Unternehmensebene, über welchen Kolleg*innen Probleme melden können. Zusätzlich zu den globalen Richtlinien haben wir in Deutschland auch eine lokale Beschwerderichtlinie, den sogenannten „Grünen Rahmen“, der den Kolleg*innen vor Ort zur Verfügung steht. 
 

Human Rights Policy (Menschenrechtsrichtlinie) 

In unserer Human Rights Policy verpflichten wir uns dazu, die grundlegenden Menschenrechte aller Menschen in unserer Wertschöpfungskette zu achten – in unseren eigenen Betrieben, in der Lieferkette und in den Communitys, in denen wir tätig sind.  

Aufgrund der Art unserer Geschäftstätigkeit konzentrieren wir unsere Bemühungen auf unsere eigenen Geschäftstätigkeiten und Lieferketten mit Schwerpunkt auf Arbeitsrecht. Aber auch andere Menschenrechte wie das Recht auf Umwelt und Wasser, das Recht auf Privatsphäre, Antidiskriminierung, Landrechte, die Rechte indigener Völker sowie die Rechte von Kindern und Jugendlichen sind für uns wichtig, da sie sich darauf beziehen, wie wir uns um unsere Kund*innen, die Communitys, in denen wir tätig sind, und um künftige Generationen kümmern. 

Unser Engagement für die Achtung der Menschenrechte spiegelt sich in der Art und Weise wieder, wie wir unsere Geschäfte führen und betreiben, und zwar in unseren Richtlinien und Verfahren sowie in unseren Zielen und Plänen. Beispiele dafür, wie wir solche Verpflichtungen umsetzen, sind in unserem Sustainability Commitment (Nachhaltigkeitsverpflichtung) für Lieferant*innen und Geschäftspartner*innen und in unseren Social Policies (Richtlinien für soziale Verantwortung) für Kolleg*innen zu finden. 

Wir überprüfen die Einhaltung der Menschenrechte entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette -  einschließlich, aber nicht  beschränkt auf neue Märkte, Lieferant*innen und Materialien. Unsere Herangehensweise ist an den betrieblichen Kontext, das Risiko, die Geschäftsbeziehungen und die Art unseres Engagements angepasst. Unser Prozess entwickelt sich ständig weiter, indem wir Erkenntnisse und Beiträge von Stakeholder*innen und Expert*innen einbeziehen.

Unser Ziel ist es, es allen Menschen zu erleichtern, durch ihre Kaufentscheidungen etwas zu bewirken und nachhaltige Mode zu einer Option für viele zu machen. 

In unserer Human Rights Policy (Menschenrechtsrichtlinie) bringen wir unsere Verpflichtungen gegenüber Kolleg*innen in Bezug auf die Menschenrechte zum Ausdruck, die für all unsere Tätigkeiten auf der ganzen Welt gelten. Sie umfassen die Bereiche Beschwerde, Gleichstellung, Inklusion, Vielfalt, Antidiskriminierung, Antigewalt, Antibelästigung, Gesundheit und Sicherheit sowie Arbeitsbeziehungen. 

Wir bieten grundlegende und spezifische Menschenrechtsschulungen an, wobei wir die Inhalte auf die verschiedenen Funktionen, Rollen und Geschäftspartner*innen abstimmen. Wir arbeiten auch daran, das Menschenrechtsmanagement durch angemessene Steuerung und Governance in alle unsere Tätigkeiten und Geschäftsbeziehungen zu integrieren.
 

Environmental Policy (Umweltreichtlinie)

In unserer Environmental Policy verpflichten wir uns, alle Geschäfte so zu führen, dass sie den lokalen, nationalen und internationalen Vorschriften und bewährten Praktiken entsprechen, um negative Auswirkungen auf die Umwelt zu verhindern, zu verringern und zu beheben. Wir verfolgen einen Wertschöpfungskettenansatz, der sich auf die besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse stützt, und berücksichtigen bei allen umweltpolitischen Maßnahmen und Strategien sorgfältig die sozialen Aspekte und die Auswirkungen auf die Menschenrechte.
 

Sustainability Commitment und Code of Ethics (Nachhaltigkeitsverpflichtung und Ethikkodex)

Als Teil unserer vertraglichen Vereinbarung verlangen wir von allen Geschäftspartner*innen sowohl unser Sustainability Commitment als auch unseren Code of Ethics zu unterzeichnen. Die Nachhaltigkeitsverpflichtung ist das wichtigste Dokument und ein Verhaltenskodex, in dem unsere Anforderungen zur Sicherstellung von Tätigkeiten im Einklang mit Gesetzen, internationalen Standards und unseren Nachhaltigkeitszielen festgelegt ist. Der Ethikkodex für Geschäftspartner*innen ist eine globale Richtlinie und ein Geschäftskodex, der auf unseren Geschäftswerten Ehrlichkeit, Integrität, Transparenz und Fairness beruht.
 

H&M Group Corporate Governance Policy

Der Rahmen für die Governance innerhalb der H&M Group wird in der internen Richtlinie in Bezug auf Risikomanagement, interne Kontrollen, interne Audits und Policy-Management ausführlich beschrieben. Näheres zu unserer Arbeit ist auf unserer Website nachzulesen: https://hmgroup.com/about-us/corporate-governance/about-corporate-governance/
 

Weitere Richtlinien

Wir halten uns an alle relevanten Gesetze und Vorschriften des jeweiligen Marktes, in dem wir tätig sind. Um dies zu gewährleisten, verfügen wir über lokale Steuerungsdokumente, die möglicherweise nur für bestimmte Geschäftsbereiche, Länder oder Geschäftspartner*innen gelten. Bei solchen weiteren Richtlinien geht es um Produktsicherheit, Steuern, Verbraucherinteressen, Daten und KI, Innovation, Datenschutz und viele andere Bereiche, die Teil unseres verantwortungsvollen Handelns sind. Die entsprechenden Dokumente sind in unserem Policy-Manager oder vor Ort im jeweiligen Land zu finden. 
 

Risiko- und Folgenmanagement

Die H&M Group führt sorgfältige Prüfungen durch, um Risiken und Auswirkungen im eigenen Unternehmen sowie bei Geschäftspartner*innen in Bezug auf relevante externe und interne Anforderungen zu identifizieren und zu bewerten – bedarfsorientiert und im Rahmen der Geschäftsprozesse des Unternehmens. Wir verfolgen einen systematischen Ansatz für menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten (Human Rights and Environmental Due Dilligence=HREDD), indem wir kontinuierlich potenzielle und tatsächliche negative Auswirkungen auf Menschen oder die Umwelt identifizieren, bewerten, mindern und beheben und gleichzeitig Chancen nutzen, um die Rechte betroffener Stakeholder*innen zu stärken. Die HREDD der H&M Group sind auch in unsere Unternehmensführung und unser Risikomanagement integriert, um sicherzustellen, dass Geschäftsentscheidungen unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf betroffene Stakeholder*innen getroffen werden. Die H&M Responsible Business Conduct Due Diligence Policy der H&M Group definiert die weiteren erforderlichen Schritte zur Durchführung der HREDD. Dies gilt für unsere Tätigkeiten, die Wertschöpfungskette und die Communitys, in denen wir tätig sind. Der HREDD-Prozess der H&M Group basiert auf den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie – sofern zutreffend – weiteren einschlägigen gesetzlichen Vorgaben.

Das Risk Management Procedure (Risikomanagementverfahren) der H&M Group definiert die grundlegenden Prinzipien, Prozesse und Tools im Risikomanagement, die für die H&M KG gelten. 

Die Standard Due Diligence Guideline (Standardleitlinie zur Sorgfaltspflicht) beschreibt die Vorgehensweise im Umgang mit allen Geschäftspartner*innen. Sie umfasst allgemeine, finanzielle, rechtliche sowie nachhaltigkeitsbezogene Fragen, um Risiken zu erkennen und sicherzustellen, dass wir bewerten, wie unsere Geschäftspartner*innen beispielsweise mit Menschenrechten und Umweltrisiken umgehen. Dieser Prozess wird sowohl vor dem Eingehen einer vertraglichen Beziehung mit Lieferant*innen als auch während der laufenden Geschäftsbeziehung durchgeführt. 

Die Responsible Business Conduct Due Diligence Policy und das Responsible Business Conduct Due Diligence Procedure gewährleisten die Identifizierung, Bewertung und Minderung von Menschenrechts- und Umweltrisiken in unserer Lieferkette, insbesondere dort, wo ein hohes und signifikantes Risikopotenzial besteht. Geschäftsbereiche und Länder mit hoher Risikobelastung sind verpflichtet, diesen Prozess mindestens einmal jährlich sowie bei Bedarf auch ad hoc durchzuführen.

Intern bieten wir unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit, Bedenken zu äußern oder einen vermuteten Verstoß zu melden, indem sie die Beschwerde umgehend über den lokalen Beschwerdekanal „Grüner Rahmen“ einreichen. 

Externe Anliegen oder Beschwerden können der H&M Group über den Speak Up! -Channel, welcher auf https://speakup.hmgroup.com verfügbar ist, mitgeteilt werden. 

Das Melden von Risiken und Ergebnissen dient sowohl der Unterstützung von Entscheidungsprozessen als auch der Bewertung und Anpassung unserer Herangehensweise im Hinblick auf die Wirksamkeit. Im Rahmen des Annual and Sustainability Reports (Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht) veröffentlichen wir die H&M Group Salient Human Rights , also jene Risiken, die für die H&M Group am wesentlichsten sind. Die Berichterstattung über Menschenrechte ist ein Bestandteil unserer Unternehmensführung. Dabei verfolgen wir das Ziel, eine aussagekräftige Berichterstattung zu etablieren, die positive Auswirkungen für Menschen fördert und gleichzeitig einen Bezug zum geschäftlichen Mehrwert herstellt. Unsere Verpflichtungen und Ziele in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt werden jährlich im Rahmen unseres Annual and Sustainability Reports kommuniziert, der auf unserer Unternehmenswebsite veröffentlicht wird.  Wie in unserem Annual and Sustainability Report beschrieben, haben wir ein Sustainability Impact Partnership Program, kurz SIPP (Partnerschaftsprogramm für nachhaltige Wirkung), welches die Einhaltung unserer Standards überwacht und die Due Diligence-Abläufe unserer Lieferant*innen unterstützt. Aus Konzernsicht treten die wesentlichsten Risiken in Ländern mit hoher Risikobelastung auf. Deutschland zählt nicht zu den Ländern, in denen wir eine hohe Risikobelastung sehen. Wir führen jedoch regelmäßig Due Diligence (Sorgfaltsprüfungen) der Geschäftstätigkeiten in Deutschland durch, um potenziell entscheidende Risikien jährlich zu identifizieren. Die wesentlichsten Menschenrechtsrisiken, die im vergangenen Zeitraum in Deutschland festgestellt wurden, betreffen Arbeitsrecht und Datenschutz.  

Follow-up und interne Kontrolle

Die Einhaltung der Richtlinien wird basierend auf der Corporate Governance Policy der H&M Group durch interne Kontrollen überwacht. Es werden auf verschiedenen Ebenen mehrere interne Kontrollen in Bezug auf Richtlinien und Prozesse innerhalb der H&M Group durchgeführt. Näheres zu unseren internen Kontrollen ist in unserem Corporate Governance Report nachzulesen. 

Die zusammengefassten Ergebnisse der verschiedenen internen Kontrollmechanismen werden zweimal jährlich den Richtlinien- bzw. Risiko- Verantwortlichen, dem*der CEO und CFO sowie dem Prüfungsausschuss des H&M Group Board of Directors gemeldet, um Prozesse und Arbeitsweisen kontinuierlich zu verbessern. Die Verantwortung für die Berichterstattung liegt bei Corporate Governance. 



Links 

H&M Group About Us  

H&M Responsible Business Conduct Due Diligence Policy

https://speakup.hmgroup.com/

https://hmgroup.com/sustainability/standards-and-policies/

https://hmgroup.com/sustainability/standards-and-policies/sustainability-commitment/

H&M Group Human Rights Policy

H&M Group Environmental Policy

HM-Group-Salient-Human-Rights-Issues-2024.pdf (hmgroup.com)  

Annual and Sustainability Report 2024 - H&M Group (hmgroup.com)

Corporate governance report - H&M Group (hmgroup.com)

 

 

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